Lehrgang für Theaterpädagogik
Zweisemestrige Grundausbildung
2011-2012
Folder Theaterpädagogik
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Der Lehrgang
Der berufs- oder ausbildungsbegleitende Lehrgang besteht aus
180 Unterrichtseinheiten, die in Wochenendblöcken auf
zwei Semester verteilt sind.
Spielerischer Zugang zum Leben
Theaterpädagogik bietet einen spielerischen
Zugang zum Leben in all seinen aufregenden und unspektakulären
Momenten, der die Welt der sinnlichen Wahrnehmung und der körperorientierten
Erfahrungen mit bewusster Reflexion verbindet.
Mit theaterpädagogischen Methoden
zu arbeiten bedeutet für uns, sich auf das Abenteuer eines dynamischen
Prozesses einzulassen, ein eigenes Profil zu entwickeln und dieses
mutig in der Gruppe auszuprobieren.
Das gemeinsame Erleben lässt die Vielfalt persönlicher Ausdrucksformen
erkennen, Fragen entstehen und führt zu Gestaltungskompetenz,
neuen Sichtweisen und Wirklichkeiten. Mit dem im Lauf der Ausbildung
erworbenen Wissensschatz und den individuellen Erlebnissen gelingt
es, situativ und kreativ im pädagogischen Kontext mit der jeweiligen
Zielgruppe zu handeln und unbekannte Räume zu öffnen.
Das kann in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
neue tiefe menschliche Begegnungen ermöglichen, wobei sich auch
die Persönlichkeit des Spielleiters oder der Spielleiterin weiter
entfaltet.
Ziele
- Grundlagen des Schauspiels
- Kenntnisse der professionellen Theaterarbeit
- Stimmentfaltung
- Mut zur offenen und kreativen Begegnung in künstlerisch-pädagogischen Prozessen
- Erleben unterschiedlicher didaktisch-methodischer und theatraler Modelle
- Kompetenz in der Wahl der zur Zielgruppe passenden theatralen Formen
- Selbständige Projektbetreuung in pädagogischen Bereichen
Abschluss
schriftliche Arbeit und Aufführung vor Publikum im Westbahntheater
TrainerInnen
Danja Außerhofer
Studium der Germanistik, Geschichte und Romanistik;
Schauspielerin, Regisseurin, Pädagogin
Koordinatorin und Spielerin bei der Improvisationstheatergruppe
»Die Impropheten«
Eric Ginestet
Autorisierter Linklater Stimmlehrer, Schauspiellehrer, Regisseur,
Trainer für Kommunikation,
Studium in Theaterdidaktik sowie in Theater und Literatur.
Gründer des Instituts für Theater
und des Westbahntheaters Innsbruck
Katharina Lammers
Theaterpädagogin (BuT), Dramaturgin, Dipl.-Sozialpädagogin
Initiatorin von »DOMINO – Zivilcourage im Rampenlicht«
Dramaturgin und Theaterpädagogin am Thalia Theater Halle
Lehrbeauftragte für Theaterpädagogik an der Universität
Halle-Wittenberg im Lehrgebiet Sozialpädagogik
und an der FH Merseburg
Ingrid Lughofer
Theaterwissenschafterin, Journalistin,
Waldpädagogin
(Ausbildung 2003 bei GNU),
Theater- und Kreativitätsworkshops
für Kinder, Jugendliche und Erwachsene,
Erfahrungen in der Opernregie
(Österreich, Deutschland) und
im Kultur- und Sozialmanagement
Inhalt
Modul 1 (1. und 2. Semester)
Grundtraining Schauspiel
Wahrnehmen, Emotionen orten und sichtbar machen, Gestik, Mimik
und körperlichen Ausdruck bewusst einsetzen, Raumgefühl
entwickeln, Rhythmus spüren, Figuren formen - das Erlernen und
spielerische Experimentieren mit den schauspielerischen Grundlagen
lässt die TeilnehmerInnen in ihrer Persönlichkeit wachsen
und bietet eine sichere Basis für alle theaterpädagogischen
Projekte.
Modul 2 (1. und 2. Semester)
Atem/Stimme/Klang & Bewegung
Im Einklang mit der eigenen Stimme zu sein, schafft Authentizität
und Freude. Die Stimme als eines unserer wichtigsten Kommunikationsmittel
ist jedoch ein sehr sensibles Instrument, das immer auf die aktuellen
und biographischen Lebensumstände reagiert. Unterrichtet wird
nach der Linklater-Methode, die auf das »Befreien der natürlichen
Stimme« zielt.
Die Arbeit am »Chorischen Sprechen« geht schließlich
von der individuellen Auseinandersetzung zum gruppenspezifischen Klangkörper
über.
Modul 3 (1. Semester)
Theatergeschichte und Dramaturgie
Wie wäre es, wenn wir gemeinsam eine Reise durch die
Kontinente und durch die Zeit unternehmen würden? Theatergeschichte
kann anders erlebt werden, als bloß muffiger Stoff für
langweilige Vorlesungen!
Spannungsbögen, Szenenaufbau und Personenkonstellation: Was macht
ein gutes Stück wirklich aus? Außerdem werden Texte ausgewählt,
verändert und gestaltet.
Modul 4 (1. Semester)
Gesellschaftlich engagiertes Theater –
TheaterDialog
Formen der darstellerischen
Kommunikation sozialer Wirklichkeit
Meine Traumrolle: Hauptdarstellerin im eigenen Leben…
Theater kann Menschen dazu ermutigen, auf ihre persönlichen Kräfte,
Gedanken und Ideen zu vertrauen, und sie dazu motivieren und befähigen,
sich einzumischen - sowohl in ihre eigenen Angelegenheiten als auch
in das, was andere bewegt. Diese ernsthafte Auseinandersetzung mit
der gesellschaftlichen Realität im bewertungsfreien Experimentierraum
Theater ist spielerisch, fantasievoll, lebendig und befreiend.
Modul 5 (1. Semester)
Improvisationstheater & Theatersport
Fantasie, Spontaneität, Zusammenarbeit… das sind
die drei Säulen des Improvisationstheaters. Es werden verschiedenste
kurze und lange Spielformen erarbeitet, die eine Gruppe zusammenbringen
und stärken. Dabei werden ganz spielerisch die Konzentrations-
und Reaktionsfähigkeit, das Vertrauen in den eigenen Ideenreichtum
sowie die Achtsamkeit für die SpielpartnerInnen trainiert.
Modul 6 (1. Semester)
Maskenspiel/ Maskentheater
Schauspielen heißt verkörpern. Einer der schönsten
Momente ist es, wenn ich das Wesentliche meiner Figur erspüre,
denn in diesem Moment entfaltet sich die schöpferische Freiheit
und meine Figur wird lebendig.
Durch Masken und im Maskenspiel verkörpern wir dieses Wesentliche.
Alles kann auf diese Weise miteinander ins Spiel gebracht werden:
die Wut, die Freude, der Tod, das Leben, der Geiz, die Macht, das
Weibliche, der Zorn, der Glaube, die Gewalt, die Leidenschaft, der
Trost…
Modul 7 (2. Semester)
Erlebnis Theatrales Spiel
Ohne Aufführung und ohne Zuschauer kreist das »Erlebnis
theatrales Spiel« um den Ausdruck von Emotionen, das Ausprobieren
neuer Verhaltensweisen, verstärktes Selbstvertrauen, soziale
Kompetenz sowie Achtsamkeit mit sich selbst und den anderen. Die TeilnehmerInnen
wählen eine Rolle, die sie momentan anspricht: Vom Märchenwesen
über Pflanzen und Tiere, Gegenstände bis zu einer Stimmung
oder Emotion. Das Verkleiden mit einfachen Mitteln wie Tüchern
oder Hüten und das Gestalten des Spielraumes fördern die
Identifikation und helfen, die Rolle spontan von innen her zu erleben.
Modul 8 (2. Semester)
Didaktik der Gruppenleitung
In der Theaterarbeit ist einerseits emotionale und körperliche
Offenheit nötig, andererseits durch das Zusammenwirken vieler
Menschen Durchsetzungsvermögen, Klarheit und Führungspotential
gefragt. Die Motivation der Beteiligten, das situative Eingreifen
in kritischen Momenten, der gruppendynamische Verlauf der Proben,
Kommunikation und Konfliktlösung im Team, die Steuerung von Prozessen
und die Abgrenzung zu therapeutischen Bereichen rücken durch
Theorie und Praxis ins Bewusstsein.
Modul 9 (2. Semester)
Regie
Die vielfältigen Zugänge zum Text, die Wirkung von
Musik und Licht, Requisiten, die Bedeutung des Bühnenbildes und
–raums als wesentliche Elemente eines Theaterprojektes werden
ausprobiert. Der Besuch eines professionell aufgeführten Stückes
und das anschließende Verfassen einer Kritik schulen den Blick
für theaterimmanente Eigenheiten und theatrale Ästhetik.
Modul 10 (2. Semester)
Theaterprojekt
Als Theaterpädagogen betrachten wir eine erste Erfahrung
auf der Bühne als notwendig. Deshalb werden alle Teilnehmer als
SchauspielerInnen im Projekt mitwirken. Dadurch ergibt sich eine gute
Gelegenheit zu erfahren, wie die große »Theatermaschine«
funktioniert und die Möglichkeit, Erlebnisse als SchauspielerIn
zu sammeln.
Modul 11 (2. Semester)
Theaterdidaktik
Die ersten selbständigen theaterpädagogischen Schritte im
Hinblick auf eine konkrete Zielgruppe und ein klar definiertes Projekt
werden ausprobiert, didaktisch aufbereitet und reflektiert.
Modul 12 (1. und 2. Semester)
Reflexion und Evaluation
Sowohl die Eigen- als auch die Fremdwahrnehmung stehen im
Mittelpunkt der Reflexionen, die als Grundlage der bewussten Theaterarbeit
in jeder Einheit Raum finden. Die Evaluation bezieht sich sowohl auf
die persönliche Entwicklung der TeilnehmerInnen als auch auf
die gesamte Fortbildung und weist auf neue Entwicklungen hin.
Zeit
Die Unterrichtsinhalte sind auf
12 Wochenenden innerhalb
eines Jahres aufgeteilt.
Teilnahme verpflichtend/Anwesenheitspflicht
1. Semester (5 Wochenenden)
18./19. November 2011
2./3. Dezember 2011
16./17. Dezember 2011
13./14. Jänner 2012
27./28. Jänner 2012
Jeweils
Freitag von 15.45 - 19.00 Uhr
Samstag von 9.30 -12.45 Uhr & 14.00 – 17.15 Uhr & 17.30
- 19.00 Uhr
28. Jänner 2012: anschließend Abendessen und Reflexion
2. Semester (7 Wochenenden)
24./25. Februar 2012
9./10. März 2012
23./24. März 2012
13./14. April 2012
27. – 29. April 2012
4. /5. Mai 2012
18./19. Mai 2012
Zeit
Freitag von 15.45 - 19.00 Uhr und
Samstag von 9.30 -12.45 Uhr & 14.00 – 17.15 Uhr & 17.30
- 19.00 Uhr
29. 4. 2012 Sonntag,
9.30 - 12.45 Uhr &
14.00 – 17.15 Uhr &
17.30 - 19.00 Uhr
5. Mai Abschlussvorstellung
19. Mai: anschließend Abendessen
Ende Mai, Anfang Juni 2012 Zertifikatsübergabe
Ort
Westbahntheater Innsbruck,
Feldstraße 1a/17, Innsbruck
Institut für Sozialpädagogik Stams
Zielgruppe
SozialpädagogInnen
LehrerInnen für alle Schultypen
AbgängerInnen mit anderen pädagogischen/psychologischen
Ausbildungen
Studierende aller Fachrichtungen
Interessierte aus anderen Berufsgruppen.
Teilnehmerzahl
10 – 14 Personen
Informationsabend
20. September 2011
Aufnahmeverfahren
Um ein gegenseitiges Kennenlernen zu ermöglichen, werden wir
ein kurzes Bewerbungsgespräch führen, in dem wir
uns auf spielerische Weise in der Gruppe begegnen.
Allgemeine Informationen
Abschluss
25 Tage, 180 UE, inclusive begleitete Endproben und Aufführung
12 Module in zwei Semestern, Blockveranstaltungen am Wochenende
Entwicklungs-Dokumentation, Abschlussarbeit
(Bericht und Reflexion über die ganze Ausbildung; Umfang 10 –
15 Seiten)
und Aufführung
Zertifikat
Zertifikat des Instituts für Sozialpädagogik
Kosten
Euro 1600,--
reine Kurskosten; Kosten für Mittagessen, Anreise, Übernachtung
sind im Preis nicht enthalten
Informationen zur Ausbildung
Eric Ginestet
ginestet@schauspiel-institut.at
0676/927 729 8
Ingrid Lughofer
Ingrid.Lughofer@gmx.at
0680/1300396
Träger
Institut für Sozialpädagogik
Stiftshof 1
6422 Stams
Tel 0 52 63 / 52 53 – 22
Fax 0 52 63 / 52 53 – 29
kolleg@stz-stams.tsn.at



